Das Vorstellungsgespräch

Beim Vorstellungsgespräch (englisch: „Interview“) möchte sich der Arbeitgeber von Ihnen und Ihrer Persönlichkeit überzeugen: Es geht dabei meist darum, durch ein persönliches Gespräch einen unmittelbaren Eindruck zu erhalten, ob Sie zum Unternehmen passen – beispielsweise hinsichtlich Ihres Auftretens, der Erscheinung und Ihrer Ausstrahlung. Bei Ausländern geht es auch oft darum, die Sprachkenntnisse nochmals zu überprüfen.

Anders als beispielsweise in höheren Positionen in Osteuropa gibt es in Deutschland in der Regel nur ein Vorstellungsgespräch mit dem Arbeitgeber. Nur in Ausnahmefällen gibt es auch in Deutschland eine Serie von Vorstellungsgesprächen oder Auswahlverfahren im Assessment-Center. Es kann – wie bei Life-in-Germany.de – vorkommen, dass die Arbeitgeber eine Agentur beauftragen, zunächst eine Auswahl der Bewerber vorzunehmen, weshalb auch Agenturen erste Telefongespräche führen. Die meisten deutschen Unternehmen beschränken sich danach jedoch auf ein Vorstellungsgespräch.

Was wird im Vorstellungsgespräch gefragt?

Beim Vorstellungsgespräch kann es ebenso vorkommen, dass folgende Bereiche angesprochen und geprüft werden:

  • Wie gut ist das Fachwissen des Bewerbers?
  • Wie verhält sich der Bewerber in Stresssituationen (hierfür werden unbequeme Fragen gestellt)
  • Wie spricht der Bewerber über frühere Arbeitgeber? (Niemals schlecht!)
  • Welche Ziele hat der Bewerber?
  • Warum bewirbt sich der Bewerber gerade auf diesen Job und bei diesem Unternehmen?
  • Was sind die Stärken und Schwächen des Bewerbers?

Bewahren Sie beim Vorstellungsgespräch einen kühlen Kopf! Wer es bis ins Vorstellungsgespräch geschafft hat, wurde bereits vom Unternehmen in die engere Wahl gezogen und hat oft sehr gute Chancen, den Job zu erhalten. Es ist wichtig, dass Sie sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Dennoch sollten Sie aktiv und freundlich bleiben. Stellen Sie sich immer vor, Sie würden über Ihre eigene Einstellung entscheiden: Wie würden Sie sich dann am liebsten sehen und welches Verhalten würden Sie von sich erwarten?

Personen und Rollen im Vorstellungsgespräch

In rund drei Viertel aller Bewerbungsgespräche werden Sie während Ihrer Unterhaltung auf maximal drei Gesprächspartner treffen:

  1. „Chef“: Das heißt der Unternehmensinhaber oder Geschäftsführer, Teamleiter oder direkte Vorgesetzte: Er prüft, ob Sie als Person ins Unternehmen passen, ob Vertrauen besteht und Sie fachlich gut geeignet sind: Dieser Vorgesetzte ist die Person, die maßgeblich entscheidet.
  2. Zweiter Chef: In den meisten Fällen ist eine zweite dem Chef untergeordnete – Führungsperson im Gespräch anwesend, dies kann beispielsweise der direkte Vorgesetzte, ein Verwaltungsmitarbeiter oder ein Mitarbeiter aus dem Team sein, in dem Ihre Stelle angesiedelt ist. Aufgabe dieser Person ist es zumeist, eine zweite Meinung zu bilden und die Entscheidung des Chefs abzusichern.
  3. Personalverantwortliche: Diese Person hat Sie (vor-)ausgewählt und hat eine Empfehlung ausgesprochen, Sie zum Gespräch einzuladen. In dieser Phase sind Personalverantwortliche oftmals nur noch Administratoren: Sie eröffnen das Gespräch, stellen sicher, dass es ordnungsgemäß und strukturiert abläuft, führen Protokoll und weisen Sie auf verschiedene Formalitäten hin.

Nur in ganz wenigen weiteren Situationen werden weitere Personen am Gespräch teilnehmen, beispielsweise die Vertretung der Schwerbehinderten (die sicherstellt, dass Schwerbehinderte nicht benachteiligt werden) und die Person, die mit der Gleichstellung zwischen Mann und Frau im Unternehmen beauftragt ist.

Es geht auch ohne Vorstellungsgespräch

In manchen Branchen und Berufen, beispielsweise als Schweißer, gibt es kein Vorstellungsgespräch im engeren Sinne, sondern oft eine Probearbeit, die von einigen Stunden bis zu einigen Wochen dauern kann. Dies ist vor allem dort üblich, wo Beschäftigte weniger Kunden- und Kollegenkontakt haben, sondern wo es um die fachliche Qualifikation und das handwerkliche Können geht. Das „Vorstellungsgespräch“ wird hier nicht selten in wenig formalisierter Form durch die Personalabteilung oder den Vorgesetzten geführt, der vor allem Ihre „technischen“ Daten abfragt, darunter Ihre Gehaltsvorstellungen, Ihre Verfügbarkeit, in welchen Schichten Sie arbeiten möchten, etc.

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